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Cruisen auf hohem Niveau

Der neue CLS gibt besonders in seiner Top-Version als 63 AMG den universellen Alleskönner. Und zeigt uns, wie man beim Nicht-Räubern Spaß hat.

Zunächst: es war ein kluger Schachzug von Mercedes- Benz, den neuen Top-CLS in San Diego zu präsentieren. Dieses Städtlein im südlichsten Süden der USA gewöhnt einem jegliches „Wer braucht denn das?“-Gemotze ab, wenn es um ausufernde PS-Zahlen geht. Als Kleinwagen gehen im sonnigen Kalifornien ungefähr Range Rovers durch, der Installateur kommt im zehn Meter langen Ford F150 Pick Up vorbei, wenn der Boiler leckt. All diese netten Autoleins haben alle miteinander „plenty of horsepowers“ und das aber nicht in Turnschuhen. Also nivellieren sich die 525 PS des neuen CLS 63 AMG von einem viel höheren Niveau weg Richtung Leistungs-Himmel denn hierzulande. Zumal dieser sich damit ja auch wirklich sportlich gerieren kann, wenn man denn will/soll/darf. Womit wir bei einem weiteren, heiklen Punkt der automobilen Fortbewegung in den US of A angekommen wären: Den Tempolimits.

Schnell ans Limit

Jene geraten dort recht schnell in den Tacho eines AMGBenz, egal ob im Freiland oder auf dem Highway – und sie werden einem auch noch vorwurfsvoll im Display angezeigt. Daher muss, bei aller Leistung, aller Power, aller Unverunft, ein Super-Benz, der in den USA reüssieren will, auch zum nonchalanten Schleinzen durch die Küstenbäder am Highway Number One geeignet sein. Insofern spannt sich der CLS 63 AMG der aktuellsten Ausführung an einem recht interessanten Inertialsystem auf: Er kann, wenn er will, furchtbar räubern, muss aber auch nicht. Es geht einem nix ab, wenn man den ganzen lieben Tag lang im “C-Modus” (steht für: Controlled Efficiency) bleibt und grad von der Kreuzung ein bisserl wegstofft, um sich per Ohr davon zu überzeugen, dass der Murl nach dem Start-Stopp-Event an der letzten Ampel eh wieder angesprungen ist. Wenn einem am gewundenen Bergstraßerl (etwa entlang der mexikanischen Grenze) aber der Hafer sticht, dreht man den Regler ins S oder ins S+ und schon schaltet die Automatik schneller (100 Millisekunden von Gang zu Gang!), straffen sich die Wadeln und der CLS stellt seine Ernährung in der Sekunde um: von Schonkost auf Raubtier.

Rennstreckengerät

Dann geht die Post ab, klar. Aber auch Lackierungen wie jene wunderbar seidenmattweiße schützen einen nicht stealthmäßig vor Radargeräten, also sollte man die wirklich bösen Abenteuer mit seinem CLS lieber auf einer Rennstrecke ausleben. Dann fällt eventuell auch das gegen Aufpreis orderbare „Performance Package“ (dann: 557 PS und 800 Newtonmeter) in die Shopping-Kategorie „Dinge des täglichen Bedarfes.“ Außerdem ist dann wirklich Vorsicht geboten – dieses Design- Kunstwerk per Ausritt kaltzuverformen sollte mit Recht für Albträume beim Verursacher sorgen.

Cou-Limou Mercedes-Benz CLs 63 amg
  • Hubraum 5.461 ccm
  • Leistung 525 PS
  • Verbrauch 9,9 l / 100 km
  • Drehmoment 700 Nm
  • Beschleunigung 0-100 4,4 Sek.
  • Spitze 250 km/h
  • Preis 137.540 Euro
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Thursday, 17.05.2012, 08:49 Uhr

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Franz J. Sauer
Der Sauer. Automobilfetischist, Original, Chefredakteur des "Motorradmagazins", Gelegenheitsblogger auf "Zeit im Blog 21".

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