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Sex zum Hören

On air: Pandora geht auf Sendung. Sie freut sich über einen weiteren Schritt Richtung Weltherrschaft, wir über Gespräche über Starfucking und besungene Sonnenaufgänge.

Jetzt ist schon wieder etwas passiert. Pandora hat eine Radiosendung bekommen. Statt eines Kindes, sozusagen. Pappenstil, werden manche von Ihnen sagen – und Recht haben Sie. Trotzdem: Meine Plauderstunde (jeden Sechsten des Monats auf der Frequenz von 88,6 und zwar LIVE) ist nur ein weiterer kleiner Schritt auf dem Weg zur Weltherrschaft. Besonders herrschaftlich fühlte ich mich übrigens beim Promotion-Fototermin in jenem Saunaclub, der meine Sendung präsentiert. An die Männer in den weißen Bademäntel hatte ich mich schon gewöhnt, auch an die Mädels in den knappen Neonstretchbikinis, aber versuchen Sie mal beim Shooting ernst zu bleiben, wenn aus wenige Metern Entfernung ein Geräusch an ihre Ohren dringt, das (sorry wegen der drastischen Formulierung) gerne „Eier-Klatschen“ genannt wird.

Auf der Straße in den Irrsinn

Außerdem hat es in dem Club gefühlte 80 Prozent Luftfeuchtigkeit (wegen des Pools, nicht wegen dem regen Austausch an Körperflüssigkeiten), also verwandelte sich meine artig geplättete Haarpracht schnell in einen ordentlichen Mini-Pli. Ich nahm es mit Humor, die einzige Ausfahrt auf der Straße in den Irrsinn und guckte geil und hinterlistig in die Kamera, das Ergebnis fiel dank Retusche sogar ganz passabel aus. Kurz vor meiner ersten Sendung war ich allerdings weder geil noch hinterlistig, sondern einfach nur hysterisch. Gut dass ich Schriftsteller Thomas Glavinic, der Rockstar unter den heimischen Autoren, als Gast geladen hatte. Der wisperte mir beruhigende Worte ins Ohr, verabreichte mir Wodka pur und spielte auf obszöne Art und Weise mit dem Obst, das uns ein hilfreicher, aber weltfremder Geist auf den Tisch gestellt hatte.

Spitze Pointen machen Pandora an

Danach ging’s irgendwie besser. Ich plauderte mit Ballerina Karina Sarkissova darüber, warum sich alle Welt ob ihrer Nacktfotos eskalierte und erörterte mit dem verständnisvollen Glavinic das Thema „Starfucking“, also den Drang mit Berühmtheiten ins Bett zu gehen. Übrigens: Nichts macht mich mehr an als eine gute Unterhaltung, spitze Pointen, das Spiel mit der Stimme. Aber was für ein grausames Instrument kann Letztgenannte sein. Auf der Weihnachtsfeier eines anderen Etablissements unterhielt ich mich mit R., die dort bei Bedarf ihren Lebensunterhalt bestreitet. R. ist eine großartige Person, die viel zitierte Hure mit dem goldenen Herzen – und einem Spruch, der nicht nur Waden zittern lässt. Zwar hat die Gute ein Herz für ältere Mitmenschen, sollte sie aber mal einen schlechten Tag haben – verriet sie mir zwischen zwei harten Marlboro – spiele sie am Zimmer immer die Danzer-Nummer „ Laß mi amoi no d’Sun aufgeh segn“. Vielleicht lade ich sie ja zu Pandoras Plauderstunde ein. So als Running Gag. Ich könnte auch meinen Ehemann mitnehmen. Oder diverse Ex-Lover. Alle in weißen Bademänteln. Hach, die Weltherrschaft, sie ist zum greifen nah. In diesem Sinne: Wir hören uns bald.

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Thursday, 17.05.2012, 08:30 Uhr

Autorenprofil Pandora

Pandora
Janina Lebiszczcak ist Society-Redakteurin der Zeitschrift News. Für den WIENER schreibt sie unter dem Pseudonym Pandora Reithermann seit vielen Jahren ihre Kolumne »Pandoras Box«. Prädikat: Nicht jugendfrei.

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