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Landrover Defender 110 LKW: The Cleaner

Er ist seit über 60 Jahren der Wagen für’s Grobe - und steht trotzdem selten im Rampenlicht. Das ist unfair, dachten wir uns. Und baten den Landrover Defender zum Fotoshooting auf Österreichs größter Baustelle.

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Bond, Wolverine, Bat-, Spider- oder Superman – Superhelden kann es nicht genug geben. Typen wie 007, der im Auftrag seiner Majestät die fiesen und miesen Drahtzieher der Unterwelt aus dem Verkehr zieht. Selbst nach schweißtreibender, stundenlanger Verfolgungsjagd mit perfekter Bügelfalte zum Alkohol greift und am Schluss auch noch das Mädchen kriegt. Der Martini ist gerührt, wir natürlich auch. Soweit die Sonnenseite des Antiterrorismus.

Doch muss es da nicht noch weit finsterere und härtere Jungs hinter den gekonnt in Szene gesetzten Actionhelden geben? Solche, die den Dreck hinter James und Co. wegschaffen? Die die Tatorte wieder auf Vordermann bringen, wenn Horacios Hummer abdampft? Und die für alle ihre guten Taten nie mit Orden, Rampenlicht oder Bondgirls belohnt werden. Im Agenten- Jargon heißen solche Leute „Cleaner“. Und in der Autowelt verhält sich das nicht anders.

Da gibt es welche, die ganz schön schön sind und sich furchtbar wichtigmachen, aber die Szenerie sofort verlassen wenn’s mal gröber wird und es mehr um Schlamm und Schmutz, als um Nappaleder und Wurzelholz geht. Der Landrover Defender ist da von Natur aus anders. Er hat mit Dreck mehr Freude als mit Smoking und Lackschuhen. Er ist ein „Cleaner“- Typ wie er im Buche steht. Frei nach dem Motto: „Rauhe Schale, harter Kern.“

Luxus adé

Zugegeben: Wir hatten zunächst Schwierigkeiten miteinander. Weil der verwöhnte Motor-Agent von Welt ist ja ausschließlich königliche Fortbewegung à la Q7 oder Cayenne gewohnt. Dem Anti-CO2-Gemotze der Umweltfreunde zum Trotz (Leute wie wir wissen: Strom kommt aus der Steckdose!). Und dann stellt einem die Obrigkeit ein grünes Urviech in die Garage, mit Pritschen als Sitzen, Schlossblech auf der Ladefläche und einer herausnehmbaren Gummimatte, falls man mal was wirklich Ekliges zu führen hat. Lifestyle ade, sozusagen. Die Chancen am Heiratsmarkt: vepufft. Man sucht vergeblich nach Luftfederung, Klimaautomatik, Soundsystem, Navi, Fensterhebern oder Zentralverriegelung. Du willst Frischluft? Dann kurble. Und wer eine der drei Türen öffnet, ohne vorher den Diebstahlschutz zu deaktivieren, wird angebrüllt, dass es eine Freude ist.

Skepsis stand am Anfang

Skeptisch standen wir uns also gegenüber beim ersten Date. Uns beiden war klar: Wenn, dann will diese Freundschaft erzwungen sein. Brachial und unschön muss es werden! Die Eckdaten: 1.642 Kilometer, 24 Stunden, 1.200 Kilo Zuladung, ungefähr 40 Zentimeter Schnee auf der Straße. Zum Thema Autobahnkomfort ist zu sagen: Einen Defender lenkt man auch dann noch mit den Oberschenkeln, wenn der Sitz schon ganz hinten an der Laderaum-Trennwand klebt. Doch die 122 PS aus dem 2,4 Liter Dieselaggregat und die 360 NM Drehmoment die schon bei knapp über 2.000 Umdrehungen abrufbar sind, klingen nicht nur irgendwie heimelig, sie reißen auch überraschend gut am Asphalt, wenn man sie darum bittet. Und selbst der abgeriegelte Topspeed von 140 km/h reicht für zügiges Vorankommen auf der Autobahn.

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