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Transparente Werbung, Daten-Visualisierung und Schandfleck-Whistleblowing: Wie User-Initiativen die Welt gestalten

Euros (CC-BY fundraisingnetz)

Wohin verschwinden unsere Steuern? (CC-BY fundraisingnetz)

Das BarCamp Klagenfurt hat sich heuer nicht nur, wie die Kleine Zeitung bereits berichtete, der konkreten Umsetzung von Projekten verschrieben, es steht auch ganz im Zeichen stärkerer Demokratisierung und Transparenz. Im Rahmen des heutigen (ersten) BarCamp-Tages wurden drei Initiativen vorgestellt, die sich auf sehr unterschiedliche Art dem Thema annähern.

01 Politinserate.at

Wohin fließt eigentlich unser Steuergeld? In Bildung, Infrastruktur und medizinische Versorgung – oder doch eher in die Selbsterhaltung des Systems “Politik”? Diese Frage stellt sich die Website politinserate.at. Sie sieht sich als Spesen-”Watchdog” für aus dem Ruder gelaufene Parteienwerbung und will, wenn sie die Horrorsummen auch nicht beeinflussen kann, zumindest für mehr Transparenz sorgen.

Natürlich ist Werbung nicht immer nur lästig, sie ist auch Information und dient der Entscheidungsfindung in Wahlkampfzeiten. Aber wer regelmäßig hohe (Steuer-)Summen verbrennt, soll das öffentlich nachvollziehbar machen, etwa in Kärnten, wo bis 2014 satte 11,2 Millionen Euro in Politiker-Reklame fließen werden. Als Bürger hätte man diese Summe gerne erklärt und aufgeschlüsselt – da hilft politinserate.at: User laden gefundene (Print-)Inserate hoch, die entsprechenen Kosten werden berechnet und veröffentlicht. Künftig soll das via Android- bzw. iPhone-App funktionieren.

02 Datenlandkarten.at

Im Rahmen von Verwaltungs- und Regierungsaufgaben werden große Mengen an Daten erhoben und produziert, dann aber oft unter Verschluss gehalten, wo sie für niemanden nutzbar sind. Jedoch: Werden diese Daten öffentlich zur Verfügung gestellt (wie etwa im beliebten Paradebeispiel Großbritannien), zeigt sich, dass in ihnen großer kommunaler Nutzen schlummert. Das wird auch immer mehr Gemeinden und Ländern bewusst. Sie beginnen sukzessive, ihre Daten zugänglich zu machen und tragen damit den Forderungen der weltweiten Open Data Bewegung Rechnung.

Aber wohin mit den Unsummen an Material? Was tun damit? Ein erster Schritt ist, die Daten zu visulaieren und damit sinnlich erfassbar zu machen. “Das erfordert aber noch viel technisches Wissen”, sagt Robert Harm von der Initiative Open 3. Sein Ziel: Die technische Hürde herabsetzen, damit auch der programmier-unkundige Otto Normalverbraucher Visualisierungen erstellen kann. Das Pilotprojekt ist unter datenlandkarten.at abrufbar.

03 Schandfleck.in

“Jeder stört sich hin und wieder bei etwas in seiner Gemeinde. Sei es nun ein Straßenloch, ein verschmutzter Kinderspielplatz oder übergehende Mistkübel”, meint Georg Holzer, umtriebiges Mastermind hinter schandfleck.in, “Die Idee von schandfleck.in ist es, genau solche Schandflecken aufzuzeigen. Die Gemeinde, das Land oder der Bund – je nach Zuständigkeit – können ja auch nicht immer und überall sein.” Das System ist einfach (und übrigens auch nicht neu – bloß in Österreich noch nicht umgesetzt): Wenn Sie etwas sehen, dass sie stört, schnell per Handy ein Foto machen und samt Ortsangabe und Kommentar auf die “Schandfleck-Whistleblowerseite” hochladen. Straßenlöcher werden letztlich nur dann repariert, wenn jemand weiß, dass sie da sind. Somit hat sich schandfleck.in zwar nicht zum Ziel gesetzt, die Welt zu verändern, aber doch, sie in der unmittelbaren Umgebung ein kleines bißchen besser machen. Der Haken: Das Projekt ist bislang noch nicht fertig geworden. Die Hoffnung: Das könnte sich dieses Wochenende ändern…

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Thursday, 17.05.2012, 08:06 Uhr

Autorenprofil Nicole Kolisch

Nicole Kolisch
Girl Geek in Residence beim WIENER, verantwortlich für wiener-online, Gelegenheitsbloggerin für "Zeit im Blog 21", der konstante Versuch auf 17 Stühlen gleichzeitig...

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