Automanager des Jahrhunderts
Buchtipp. Er ist der bekannteste Nachkomme des Autopioniers Ferdinand Porsche: Ferdinand Piech! Er brachte es vom Mitarbeiter in der Porsche-Autofabrik zum Chef von VW, dem größten Autobauer Europas. 1999 wählte ihn eine Fachjury zum “Automanager des Jahrhunderts”. Er gilt als genialer, aber wegen seiner kantigen Art auch höchst umstrittener Auto-Macher.
Für die einen ist Ferdinand Piech der zum Manager gewordene “Mr. Hyde” aus Österreich: Machtgierig und durchtrieben verschanze er sich hinter einer Mauer aus Macht, Zynismus und Unnahbarkeit. Dazu komme ein Komplex, der davon herrühre, dass er sich immer wieder an seinem genialen Großvater Ferdinand Porsche messe. Für die anderen ist Ferdinand Piech wiederum ein kluger Wirtschaftskapitän und Netzwerker, der Volkswagen saniert und zum potenziellen Weltmarktführer entwickelt hat. Er verstehe es, eine ausgewogene Balance zwischen seinem Management, den mächtigen Betriebsräten, Gewerkschaft und Politik zu halten. Auch als Techniker habe er für die Weiterentwicklung des Automobils fast so viel getan wie Ferdinand Porsche.
Wie auch immer man Ferdinand Piech sehen will: Tatsache ist, dass er eine vielschichtige, schillernde und interessante Persönlichkeit ist. Er vereint technischen und kaufmännischen Verstand und ist der einzige große Automanager der Gegenwart, der selbst ein Auto und einen Motor bauen kann und das in der Vergangenheit auch wiederholt getan hat. Sein Rennwagen Porsche 917 genießt unter Motorsportfans noch heute Kultstatus.
Wolfgang Fürweger vermeidet es in seinem Buch “Ferdinand Piech” auf das Seelenleben und die Persönlichkeitsstruktur des Managers zu schließen – vielmehr lässt er die Fakten und Piech selbst für sich sprechen und liefert ein umfassendes Porträt eines lebenden Dinosauriers der deutschen Wirtschaft. [OTS]
Wolfgang Fürweger: "Ferdinand Piech. Automanager des Jahrhunderts", Verlag Ueberreuter (Februar 2011), 200 S., Euro 22,95







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