Voll die Härte
Pandora und der Penis. Über kurz oder lang, Männer, da müsst ihr jetzt durch. Was macht einen Schwanz zur Sensation - und was zum Showstopper?
Mein Mann meint, ich sei schwanzgeil. Das mag vorrangig nicht unbedingt wie ein Kompliment klingen, entspricht aber der Wahrheit. Ich kenne mich aus, denke ich, denn ich bin viel herumgekommen. Und, jawohl, ich liebe die Dinger. Sie machen mich glücklich – unter gewissen Voraussetzungen natürlich. Die erste Auflage wäre: Ich muss sie sehen können. Nicht lachen und schon gar nicht gemein. Mein erster Freund war schwarz. Sehr schwarz, um genau zu sein, und ich damals so schüchtern, dass ich darauf bestand, jede noch so winzige Lichtquelle ausnahmslos zu löschen. Ich sah also absolut gar nichts. An was ich mich dann schließlich aber sanft herantastete, stimmte mich – sagen wir einmal – fröhlich.
Womit wir beim nächsten Thema wären: der vieldiskutierten optimalen Länge. Sorry, Guys, ihr ahnt, was jetzt kommt. Der Spruch “It’s not the size of the ship, it’s the motion of ocean” mag zwar ganz amüsant klingen, entspricht aber nicht der Wahrheit. Es kommt auf die Größe an und, nein, diese ist mit Technik nicht wettzumachen. (Andererseits musste ich bereits feststellen, dass Männer mit ausgeprägter Penislänge selten bis gar nicht auf Handbetrieb umstellen können. Sie verlassen sich einfach auf ihr bestes Stück. Und falls nicht, fühlt man sich postkoital so, als hätte man die Tour de France ohne Fahrradsessel bestritten.)
Also: Das ideale Maß liegt irgendwo zwischen Radiergummi und einer vaginal durchgeführten Magenintubation. Radiergummi deswegen, weil sich eine gewisse Samantha Jones in einer gewissen TV-Serie über das New Yorker Paarungsverhalten einst schrecklich in einen Mann mit einem gar wunzigen Schniedel verliebte und ihren Freundinnen unter Tränen gestand, dass sie sich beim Sex nicht penetriert, sondern radiert fühle. Magenintubation deswegen, weil es unangenehm werden kann, das männliche Glied an Regionen zu spüren, die nicht der Fortpflanzung dienen. Im Falle des Falles würde ich mich aber für zweitere Variante entscheiden, keine Frage.
Was sonst noch wichtig ist? Der Winkel und die Form. Jeder Topf findet seinen Deckel, jede Muschi ihren Schlong. Eine gewisse Steilheit ist immer von Vorteil, sonst landet das Teil irgendwo zwischen Pläsierkämmerchen und Schokostube. Autsch. Besonders interessant sind allerdings die Exoten. Ich hatte mal das Vergnügen mit einem, den schmückte ein Muttermal in Form von Afrika auf seinem besten Stück. Das war witzig, irgendwie. Immer wenn ich André Heller sehe, muss ich an ihn denken. Afrika, Afrika, sie wissen schon.
Ungleich weniger lustig: ein Zuviel an Vorhaut. Sieht immer aus wie ein schleißig getätigter Einkauf, bei dem die Tüte nur halb voll wird. Muss ja nicht sein, auch das sieht man und leider, leider schmeckt und riecht man es auch manchmal. Französisch kommt immer noch am besten mit jüdischem Einschlag. Mein bester Freund litt vor einem Jahr an einer argen Vorhautverengung, was flugs operativ geregelt wurde. Seitdem nimmt seine Holde den Mund viel öfter voll. Und, versprochen, nur das Nähteziehen tut weh. Spaß macht es den Rest Ihres Lebens.
Kommen wir zu guter Letzt aber zur Essenz der kleinen Peniskunde: der Härte. Ein guter Schwanz ist hart. Knallhart. Man muss nicht gerade einen gefrorenen Acker damit pflügen können, aber in diese Richtung sollte es schon gehen. Nichts ist demütigender und witzloser als ein Halbsteifer. Besonders schlimme Erfahrungen passieren nach langen, alkoholgeschwängerten Nächten, in denen die Geilheit den Weg vom Kopf nicht zum Schwanz findet. Schrecklich. “Stopf die Gans” nennt das meine liebe Freundin S. Ein hilflos hineingeschummelter Schniedel, die Hoffnung, dass im Interieur irgendein Wunder passiert, nein, danke, da schlafe ich lieber durch. Momentan komme ich allerdings nicht viel zum Schlafen. Mein Petit Prince hat eine kurze, krankheitsbedingte Gansphase erfolgreich übertaucht. Er ist hart, er ist groß – und, oh Wunder, er bleibt es. Vielleicht haben Sie ihm im Spital den Penis gebrochen. Oder an den Viagra-Tropf gehängt. Falls Sie also noch Fragen haben: Fragen Sie ihn.








Userkommentare