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Kampf dem sexuellen Missbrauch im Sport!

Endlich wird der organisierte Sport aktiv und nimmt das harte Match gegen ein Tabuthema auf.

Fritz Hutter / BlogGewalt gegen Kinder und Jugendliche – ob sexualisierte oder rein physische wie in den grauenhaften Fällen in Österreich in der jüngsten Vergangenheit – zählt selbstverständlich zu den abscheulichsten Verbrechen und man muss kein Hardliner sein, um dafür die jeweils verfügbare Höchststrafe zu fordern. Dass es allerdings nur wenig bis nix bringt, wenn die Politik regelmäßig den Strafrahmen für derartige Vergehen erhöht, belegen leider nationale wie internationale Zahlen.

Das einzige was nachhaltig helfen kann, ist meiner Ansicht nach die Sensibilisierung und Enttabuisierung dieses Problems, um es für alle Teile der Gesellschaft sichtbar oder, noch besser, antizipierbar und damit verhinderbarer zu machen. Wie schwer es ist, hinter Fälle von häuslicher Gewalt und Übergriffen im engsten Freundes- und Verwandtenkreis zu kommen, weiß man. Dass man aber im öffentlichen Bereich wie Schule und Freizeit mit aufmerksamem Hinschauen und ein wenig Zivilcourage so einiges im Ansatz erkenne und im Keim ersticken könnte, ist wohl auch jedem klar. Und weil ich als Autor meine gemeinsame Schnittmenge mit den geschätzten sport10- und wiener-online-Usern, den Lesern meines Stamm-Mediums SPORTMAGAZIN sowie jenen der SportWoche und meinen zahlreichen Freunden, Bekannten und Klienten aus dem Spitzen- und Breitensport ausmache, freue ich mich sehr, dass endlich auch der organisierte Sport in Österreich in Zeichen setzt. Die Bundessportorganisation BSO mit ihren über 14.000 Einzelsportvereinen die wiederum mehr als 3,5 Millionen Freizeit- und Leistungssportlern eine Heimat geben, hat sich mit den Experten der „die möwe”-Kinderschutzzentren zusammengetan, um eben die Sensibilisierung, die Prävention und im Ernstfall die Bewältigung von sexualisierter Gewalt im Sport professionell anzugehen.

Ein erster Schritt ist mit der Präsentation eines aufschlussreich und kompakt gestalteten Infofolder, der einem vor allem eines klar macht: Missbrauch fängt schon dort an, wo viele noch unschuldige Vertraulichkeit zu sehen meinen. Für Kinder und Jugendliche im Sport werden jene Dinge konkret genannt, die sie möglicherweise ohnehin schon selbst als höchst unangenehm empfunden haben: ein scheinbar nur jovial gemeinter Trainer-Klaps beim Seitenwechsel, ein „irrtümliches” Verlaufen in die Dusche, sexistische Blicke und Gesten, unangemessen intime Berührungen. Signale also, auf die auch die Eltern als häufig anwesende Trainingsgäste ihrer Kinder problemlos ein Auge haben können und die gegebenenfalls auf Grund zum Einschreiten liefern.

Zum Finale möchte ich noch eins klarstellen: Hier soll keine Panikmache betrieben werden. Der überwältigend viel größere Teil der Betreuer und Funktionäre im österreichischen Sport leistet höchst ehrenhafte und zumeist kompetente Arbeit. Trotzdem brachte und bringt das ganz besondere Nahe- oder gar Abhängigkeitsverhältnis zwischen Betreuer und sich grad entwickelnden Nachwuchsportlern beide Seiten nicht selten in eine emotionale Zwickmühle, die schnell zur Falle werden kann.

Wenn alle im Sport ein Gefühl für diese Problematik entwickeln würden, könnte viele Menschen beschützt werden. Manchmal sogar vor sich selber.

Wer das auch so sieht und im Bereich Social Media ein Zeichen setzen will, tritt der unter dem Link erreichbaren, neu gegründeten Facebook-Gruppe bei und wer den erwähnten Folder als PDF downloaden will, geht nun auf www.bso.or.at/moewe

DANKE für beides!!!

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Saturday, 18.05.2013, 23:15 Uhr

Autorenprofil Fritz Hutter

Fritz Hutter
Chefredakteur beim SPORTMAGAZIN, schreibt seit 1993 über alle ihm bekannten Sportarten, reiste fürs Sportmagazin bis in die Mongolei, ans Kap Horn und zu Rafa Nadal, versucht der immer stärker werdenden Verpolitiserung des Sports Herr zu werden. Mag sein Mountainbike und seinen Tennisschläger. Liebt seine Frau Judith und seine Tochter Johanna.

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