Go east
Da, da, da: Pandora denkt über den Sexappeal von Ost-Frauen nach. Sie darf das ohne peinlich zu werden. Immerhin besteht ihr Blut zu einem Drittel aus Wodka.
Wie manche wissen, heiße ich nicht wirklich Pandora Reithermann. Mein wahrer Name klingt vorne schön und hinten wie eine Halskrankheit. Trotzdem war er mir immer ein guter Freund, obwohl – ich muss konkretisieren: Erst ab dem Zeitpunkt, an dem ich die Vorteile der Unaussprechlichkeit zu nutzen wusste. Als ich noch die Schulbank drückte, war ich immer bloß ein Vorname. Keine Lehrkraft weit und breit, die sich über die vielen Z traute. Das Licht ging mir erst viel später auf, als ich mit einer Internetbekannschaft flirtete. „Kommst du aus der Ukraine?“, fragte der Mann im Chat und man konnte förmlich hören, wie der Sabber auf die Tastatur tropfte. Ich antwortete mit „Da“, obwohl ich wohlbehütet im Bezirk der Perlohrringe erblühte und die einzige Affinität zu meiner Ost-Verwandtschaft darin besteht, dass ich sehr viel Wodka vertrage.
Trotzdem war der Internet-Kerl ganz angetan – als würde ein Hatschek für ihn sexuelle Allmacht signalisieren. Ich ging mit diesem Wissen in die weite Welt hinaus und kann bestätigen: Der Schmäh „Ich komme aus der Ukraine“ ging immer auf. Dummerweise spreche ich kein Wort Russisch, auch kein Ukrainisch, aber das kleine, simple „Da“, es reichte aus. Heute möchte ich also darüber nachdenken, was genau so geil an den Frauen aus kalten, kargen Ländern ist. Ihnen wird Schönheit, Mut zur Präsentation und Dauerbrunft nachgesagt. Das mit der Schönheit mag wahr sein. Ich habe mal in einem polnischen Kaff mehr potenzielle Supermodels gesehen als in manchen TV-Sendungen. Ich habe ein Interview mit Wladimir Kaminer gelesen, dem Schöpfer der „Russendisko“. Der meint, dass in Russland die Leute offener sind. Die Mädchen lächeln, tragen alle sehr kurze Röcke, die Mode ist ein bisschen nuttig, aber das muss nicht heißen, dass die Trägerinnen Nutten sind.
Und noch was gab Herr Kaminer von sich: „Männer auf der ganzen Welt beschweren sich über alles. Die russischen Frauen hingegen sind zärtlich und hilfsbereit. Sie beschweren sich nie.“ Da haben wir den Salat. Leidensfähigkeit heißt das Stichwort- und diese wird regelmäßig in einer TV-Sendung namens „Das Geschäft mit der Liebe“ strapaziert. Da suchen drei von Mutter Natur nicht begünstigte Mannsbilder im Osten nach Akzeptanz. Ihre zur Viehbeschau gekarrten Zukünftigen sind durch die Bank hübsch, aber nur die Käuflichen unter ihnen sind tatsächlich bereit, sich von diesem Auswurf befummeln zu lassen. Womit wir bei einem springenden Punkt wären: Viele Männer verstehen unter Entwicklungshilfe eine Investition in den Puff. Ich meine: Es ist der Akzent, der den Freiern das Börsel weitet. „Du machst mich ganz Karussell im Kopf“ oder „Zahlst du mich noch einen Cocktail?“ sind Klassiker und von einer gewissen Erotik, so primitiv sie auch sein mag. (Wobei man nicht vergessen darf: wahre Erotik ist primitiv.)
Wir sind also beim Stichwort Dauerbrunft angelangt. Ich denke nicht, dass wir Angst haben müssen, dass uns die heißen, hilfsbereiten Girls aus dem Osten die Männer wegvögeln. Dass Männer ins Puff gehen, hat andere Gründe als den Akzent oder die heiße Wäsche. Und geheiratet wird soundso nicht im Sinne der Geographie. Also keine Angst, liebe Österreicherinnen. Vielleicht habt ihr es einfach nicht nötig mit Reizen zu reizen. Aber nehmt es jenen nicht übel, die es müssen. Weil der Daddy nicht reich, weil ein Studium nicht drinnen war. Und falls das alles nicht reicht, empfehle ich Sex mit einem Russen. Dann reden wir weiter.








wenn wir jetzt mal von den weit verbreiteten klischees absehen (die hat Herr Kaminer sehr schön beschrieben) wäre doch mal die Frage zu stellen, weshalb osteuropäische Frauen sich überhaupt für Männer aus dem Westen interessieren. Klar, der erste Reflex ist: Geld. Man sollte dabei aber nicht übersehen, dass fast jede gut aussehende ukrainische Frau sich einen reichen Ukrainer angeln kann, wenn sie es geschickt anstellt. Reiche Ukrainer oder Russen gibt es genug, die Mittelschicht ist in diesen Ländern sehr dünn, es gibt zwei Extreme: man hat alles oder halt nichts. Dass sich osteuropäische Frauen Männer aus dem Westen suchen hat vielmehr mit den Männern in deren Heimatländern zu tun. Wer schon einmal diese, in der Regel mit schwarzen Lederjacken und Goldkettchen (ok das ist auch ein Klischee) ausstaffierten Exemplare gesehen hat, weiss wovon ich rede.