Interview mit einem Außerfriesischen
Ein vernünftiges Interview mit Otto? Kann man sich abschminken! Erwin Hirtenfelder war unerschrocken und hat's versucht.

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Mit Otto Waalkes ein vernünftiges Interview zu führen, ist fast so unmöglich wie einen Wasserfall in eine Flasche Bier zu füllen. Trotz seines vorbiblischen Alters von 62 spricht der ostfriesische Anarcho-Komiker immer noch schneller als die meisten von uns denken können (wohl eine Wurzel seines großen Erfolgs) und lässt nur bedingt ernsthafte Fragen an sich heran. So meinte etwa sein ehemaliger Interviewpartner, der österreichische Essayist Franz Schuh: “Otto gibt willig Auskunft, aber nicht über die letzten Fragen”.
Es gibt das Klischee, dass Komiker eher melancholische Typen sind. Wann waren Sie das letzte Mal traurig?
OTTO: Wie spät haben wir es jetzt? Nun ja. Eigentlich bin ich ständig traurig, außer wenn ich gut drauf bin. Wenn meine Scherze nicht ankommen, bin ich traurig. Wenn mich die Frauen verlassen, bin ich traurig. Wenn sie wiederkommen, bin ich traurig.
Werden Sie oft verlassen?
OTTO: Ehrlich gesagt: Ich habe zweimal Pech gehabt mit Frauen. Meine erste Frau hat mich verlassen. Die zweite ist geblieben.
Doch hoffentlich aus Liebe?
OTTO: Klar. Je weniger Haare, desto mehr liebt sie mich. So hat sie schließlich auch mehr von meinem Gesicht. Apropos: “Die Haare schwinden, die Energie bleibt”, lautet der Titel einer Kritik der Berliner Zeitung über meine letzte Show. Da bin ich ganz gut weggekommen. Hätte ich mir gar nicht gedacht . . . Darf ich vorlesen?
Gerne.
OTTO (mit wahnwitzig schnellem Zungenschlag): “Anders als bei Komikern, die auf den puren Wortwitz bauen, verlieren Ottos Nummern ja nichts, wenn man die Pointe schon kennt, sondern funktionieren nur als Einheit aus Grimasse, Stimme und Körpersprache.” Ach herrlich! Und erst der Schlusssatz: “Von Otto parodiert zu werden, darf immer noch als Auszeichnung gelten.” Das gefällt mir. So eine hübsche Kritik kann ich immer vertragen. Die hänge ich mir übers Bett und wenn ich sie beim Aufstehen lese, freue ich mich.
Welche ihrer Filmfiguren steht Ihnen charakterlich eigentlich am nächsten?
OTTO: Zurzeit das Faultier, weil ich gerade “Ice Age 4″ bearbeitet habe. Mit seinem birnenförmigen Körper und seinem großen Maul entspricht es so ganz meinem Wesen. Sid, so viel darf ich verraten, macht eine Zeitreise und kommt nach New York.
Angesichts Ihrer zahlreichen Alter Egos stellt sich unweigerlich die Frage: Wie viele Seelen wohnen in Ottos Brust?
OTTO: Ich kann die Seelen nicht mehr zählen!
Haben Sie eine spezielle Botschaft an Ihr Publikum?
OTTO: Holareidulijö.
Hier können Sie alles über Ottos neuen Film “Otto’s Eleven” lesen, der am 3. Dezember bundesweit in den österreichischen Kinos anläuft.
Dieses Interview ist ursprünglich für die "Kleine Zeitung" entstanden und erscheint hier mit freundlicher Genehmigung.







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