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Karina Sarkissova tanzt nicht mehr… [UPDATED]

...zumindest nicht an der Wiener Staatsoper. Von dort wurde die Prima-Ballerina nämlich noch vor Saisonbeginn vom neu amtierenden Ballettdirektor Manuel Legris entlassen.

Ausschlaggebend war laut Sarkissova die künstlerisch-erotische Fotostrecke von Moritz Schell des September-Wiener (erschienen am 16. August).

Das finden wir gelinde gesagt prüde – und eines Kulturbetriebes unwürdig.

Bereits im Mai 2010, heißt es, sei Sarkissova vom damaligen Ballettchef Gyula Harangozo “verwarnt” worden, weil in der Juni-Ausgabe des Magazins “Penthouse” Nacktfotos von ihre veröffentlicht wurden.

Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP sagte Staatsopern-Direktor Dominique Meyer, die Compagnie sei “schockiert” gewesen über die neuerlichen Fotos, die in der Rubrik “Sex” erschienen.

Auf Nachfrage seitens des WIENER, warum es denn ein Problem sei, Nacktfotos in einem Magazin zu veröffentlichen, aber in angesehenen internationalen Opernhäusern [und tw. gar an der Staatsoper selber - Anm.] sehr wohl auch nackt getanzt wird, hieß es seitens der Direktion bloß lapidar: “Kein Kommentar.”

Noch ein weiterer Aspekt lässt die Opern-Prüderie in ziemlich schiefem Licht erscheinen: Ausgerechnet Ballett-Direktor  Manuel Legris, der Sarkissova die Kündigung überbrachte, posierte selbst splitterfasernackt für einen Bildband (siehe unten) – in wilder Verrenkung mit nackten Damen wie auch Herren. Offenbar dürfen sich Männer an der Wiener Staatsoper einen ordentliche Schuss Frivolität mehr erlauben, als Frauen…

Allerdings wird sich Staatsoperndirektor Meyer nächste Woche mit Sarkissova treffen, um ihre Sicht der Dinge anzuhören.

Manuel Legris auf dem Cover von BACKSTAGE von Kishin Shinoyama, erschienen bei ASAHI Press

Manuel Legris auf dem Cover von BACKSTAGE von Kishin Shinoyama, erschienen bei ASAHI Press

[Story in Entwicklung, wird laufend bearbeitet]

UPDATE, 14.38h:

WIENER-Redakteurin Barbara Ginzinger hat neuerlich mit Karina Sarkissova telefoniert. Die Ballerina sagt, dass sie nach den ersten Fotos nicht (!) verwarnt wurde, weder schriftlich noch mündlich. Es gab zwar viel Aufregung im Haus und verschiedene Meinungen zu den Bildern, aber verwarnt wurde sie nicht. Sie habe sich gar nichts dabei gedacht, weil auch der neue Ballettdirektor Manuel Legris in einem Bildband nackt zu sehen ist. “Ich bin nicht die erste und nicht die letzte Ballerina die sich auszieht.” Zudem wurde Frau Sarkissova und das Ballett-Ensemble schon am Ende der letzten Saison gefragt, ob sie bereit wären nackt bzw. oben ohne in der Staatsoper zu tanzen. Das ist nun im Jänner soweit, im Stück “Bella Figura”.

ZUR PERSON: Die gebürtige Russin Sarkissova (Jahrgang 1983) erhielt ihre Ausbildung an der Bolschoi School und in St. Pölten. Seit 2000 ist sie Mitglied des Staatsopernballetts, seit 2009 als Solotänzerin. Privat: Sarkissova ist verheiratet und hat einen achtjährigen Sohn.
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Userkommentare

21 Kommentare zu diesem Artikel | Kommentar schreiben
  • 8. Oktober 2010 von Frank Bussmann:

    Und so ein vetrottelter Hinterwäldler ist hochbezahlter Direktor der Wiener Staatsoper! Einfach unglaublich! In welchem Jahrhundert lebt der denn? FELIX AUSTRIA…

  • 8. Oktober 2010 von Wolfgang Johannes v. Busse:

    Der Herr Legris sollte sich nocheinmal seinen eigenen Bildband welcher ausschließlich aus Nacktaufnahmen von Ihm in Kontakt mit Männern und Frauen ansehen. Da gibt es überhaupt kein Tüchlein das irgendetwas verdecken könnte.
    Titel:Manuel Legris ,A L Opera de Paris, von Kishin Shinoyama, Asahi Press, Dainippon Printing. Leider sehr schwer zu bekommen.

  • 8. Oktober 2010 von Harald Harald:

    …als ob Ballerinas nicht eh immer halbnackt (und glgtl. nackt) auftreten und sowieso als erotische Objekte der Begierde ausgestellt werden würden…

  • 8. Oktober 2010 von Natascha:

    als wenn es heutzutage im showbuisness noch um moralische werte geht….sie ist klug sich eine adere Einnahmequelle zu suchen, schliesslich waehrt das tanzbein nicht ewig…
    natascha- choreographin

  • 8. Oktober 2010 von Hannes Reitinger:

    Wie kann jemand “schockiert” sein wegen dieser schönen Bilder? Was sind denn das für sonderbare Zeitgenossen, die beim Anblick eines Fotos eines unbekleideten Menschen einen Schock bekommen? Diese Doppelmoral ist “schockierend” und wenn jemand entlassen gehört dann Herr Legris.

  • 8. Oktober 2010 von Doris Leppitsch:

    Wenn sich Männer mit nacktem Oberkörper zeigen (oft auch im Ballett!!!!!), regt sich kein Direktor darüber auf. Wo bleibt da die Gleichbehandlung?
    Das Foto ist übrigens wunderschön.

  • 8. Oktober 2010 von Doris Leppitsch:

    Haben mittlerweile diskutiert. Der einzig logische Grund wäre in unseren Augen, dass diese wunderschöne Frau die Annäherungen eines einflussreichen Mannes abgewehrt hat.

  • 8. Oktober 2010 von Sandra:

    verkommene Gesellschaft, ohne Nacktheit schreit der innere Schweinehund auf

  • 8. Oktober 2010 von Gabijan:

    I dont understand the issue here. À beautifull woman poses in nude. Not porno or anything. Not even sex. Just beatiful. Of anthything THE pictures complement the super boring and outdated image of a national ballet. She will draw many curious people to the theather who may never even had though of going to a ballet in the first place. I will definetly boycott the Wien ballet if this lady had to go. Celebrate healthy people don’t outlast them!

  • 8. Oktober 2010 von fritz:

    da hat wer einen gewaltigen neidkomplex. verkehrte welt – wenn die “künstler” über soetwas schockiert sind und sich die “nicht-künstler” am schönen bild erfreuen.

  • 9. Oktober 2010 von Bob:

    Is there a beaver shot?

  • 9. Oktober 2010 von Nicole Kolisch:

    nope!

  • 9. Oktober 2010 von Eric:

    What’s all the fuss about?
    The body is beautiful, a work of art created by the grand master in the sky.
    Enough of the prudishness!
    Don’t pontificate – celebrate!

  • 9. Oktober 2010 von KC:

    She looks beautiful.

  • 9. Oktober 2010 von KC:

    BTW, have to laugh at calling a magazine “wiener”. LOL!

  • 10. Oktober 2010 von wolfgang schnabl:

    keine anderen sorgen
    das haus zusperren und einen parkplatz draus machen den kunst ist hier seit jahren keine mehr
    nur mehr versorgungsposten für gescheiterte direktoren

  • 10. Oktober 2010 von alfred hulka:

    Ich empfehle Beschwerde bei der Gleichbehandlungskommission

  • 11. Oktober 2010 von rainer:

    Himmel! Willkommen in 2010.

    diese scheinheilige Doppelmoral erreicht ja schon us-amerikanische Ausmaße.

    Erstklassige, ästhetische Fotos, die “dem Ruf des Hauses” ganz sicher nicht schaden werden.
    Wenn ich da an so Manches denke was da so auf der Bühne geboten wird, und zwar meist ohne Vorwarnung des Publikums, also bitte!!

    Also liebe Verantwortliche, zieht euch den Stock aus dem A……. und lasst diese Künstlerin weiterhin ihren Job machen.

  • 14. Oktober 2010 von Satanskatze:

    mamamia wie prüde die auf einmal sind – und was ist mit den inszenierungen wo die nackerten zu hauf auf offener bühne rumrennen?
    wo die leute in der pause in scharen den kulturtempel verlassen (wie auch ich einige male) ? ist das vl nix ?

  • 25. Dezember 2010 von stephan:

    die wiener stattsoper ist ja leider nicht mehr das was es früher war

    das kommt davon wenn man geldhaie und selbstdarsteller an die macht lässt

  • 26. Dezember 2010 von Frank Bussmann:

    Na ja, was sollte sich die Tänzerin mit einer alternden, frustrierten Tunte noch länger rumschlagen.

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