Junge Designermode per Mausklick
25.000 Besucher pro Monat verzeichnet das Start-up styleaut.com mit seinem neuen Geschäftsmodell. Ab 2011 bieten spanische Modeschöpfer ihre Kreationen online an.
Was vor zwei Jahren als Geheimtipp für österreichische Designermode im Internet begann, ist zu einem internationalen Mode-Netzwerk herangewachsen. Insgesamt 120 Designer, einen Flagshipstore im Wiener MuseumsQuartier und zwei internationale Partnerseiten umfasst das Projekt rund um den Fashionserver styleaut.com. Das Konzept ist einfach: Junge Modemacher können in einem Webshop ihre Designerstücke anbieten und als Community mehr Aufmerksamkeit erzielen. „Ich wollte den einzelnen Kreativen in Österreich die Möglichkeit bieten, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen”, sagt Boris Berghammer, Geschäftsführer von styleaut.com, zum Gründungsmotiv.
Die ursprüngliche Idee floriert nun auch im Ausland: Im April wurde die erste Partner-Website styleaviv.com gegründet. Junge israelische Labels bieten dort ihre Mode an. Der Schritt nach Deutschland folgte nur wenige Monate später. „Ein Viertel der Bestellungen auf styleaut.com kommt aus Deutschland. Unsere Nachbarn sind dem Online-Shopping gegenüber sehr aufgeschlossen”, erklärt er seinen Schritt, unter gestyled.com nun auch deutsche Designermode anzubieten. Die Verbindung nach Israel ergab sich zufällig: Bei einer Modeschau zur Eröffnung des Tel Aviv Beach am Donaukanal kam er mit israelischen Designern in Kontakt. Jetzt steht die Modemetropole Spanien auf der To-do-Liste. Im Frühjahr sollen 30 spanische Designer ihre Gewänder online präsentieren. Weitere Länder sollen folgen.
Wo am Anfang Überzeugungsarbeit nötig war, ist jetzt Selektion gefragt. Denn ursprünglich beheimatete die Online-Plattform styleaut.com lediglich neun heimische Designer, die gemeinsam 350 Kleidungsstücke präsentierten. Heute sind es schon 60 Modeschöpfer mit insgesamt 1200 Kreationen. „Die Designer kommen inzwischen auf uns zu, wir können aber nicht alle aufnehmen”, so Berghammer. Gefragt sind professionelle Designer, keine Hobby-Kreativen. Dass Online-Shopping immer bedeutender wird, spiegelt sich in den wachsenden Zugriffsraten von styleaut.com: Monatlich klicken sich 25.000 Menschen durch die Entwürfe der heimischen Labels, dabei werden 250.000 Einzelseiten aufgerufen. Umgelegt auf die Frequenz in einem Geschäft entspricht das mehr als 1000 Besucher pro Tag – und das gänzlich ohne Werbung.
Das Projekt kommt gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten gut an, denn mit-
machen kostet die Designer nichts. Verdient wird durch die Verkäufe der Mode. Pro Designerstück bleibt ein prozentueller Anteil beim Initiator der Modeplattform. Derzeit wird noch kostendeckend gewirtschaftet. „Ich habe keinen perfekten Businessplan, mich treibt mein Idealismus. Aber natürlich soll meine Idee letztendlich auch erfolgreich sein”, gibt der kreative Kopf preis. Derzeit liegt der Jahresumsatz bei 130.000 €, die Prognose für 2010 liegt bei 200.000 €. Fördergelder sind keine geflossen, wichtiger sind Partner, die wirklich an das Projekt glauben, weiß Berghammer.








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